5 chinesische Schriftzeichen die man für einen Korea Reise lernen sollte

Die Koreaner benutzen heutzutage zwar ihr eigenes Schriftsystem Hangeul (한글), aber auch die in der Vergangenheit verwendeten chinesischen Schriftzeichen sind noch häufig zu finden. Und erleben, meiner Meinung nach, der Zeit ein Revival. Man braucht definitiv keine großartigen Kenntnisse der chinesischen Zeichen ( Hanja/한자) um sich in Korea zurecht zu finden, es gibt aber fünf Zeichen die immer wieder auftauchen und bei denen es ziemlich nützlich ist zu wissen was eben diese bedeuten.

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Da wären zum einen die beiden wichtigsten Zeichen und zwar: Mann (Namja/남자) und Frau (Yeoja/여자)

Auf öffentlichen Toiletten (oder eben den betreffenden Wegweisern) findet man diese zwar eigentlich nie, aber gerade in Bars und Restaurants werden sie gerne mal verwendet. Damit man nicht irgendwann ausversehen die falsche Toilette betritt sollte man diese beiden Zeichen auf jeden Fall können.

zeichen1Und dann wären da noch: 小 – klein  (So/소) , 中 – mittel (Jung/중) und  大 – groß (Dae/대)

Diese drei findet man ebenfalls öfters in Bars, vor allem aber in chinesischen Restaurants. So kann man dann schnell erkennen wie viel eine kleine, mittlere oder aber eben große Portion des gewünschten Gerichts kostet.

Mit diesen fünf Zeichen seit ihr zumindest erstmal schon auf der sicheren Seite, wenn ihr aber noch auf Nummer sicher gehen wollt, hier noch ein paar Nice-to-know Zeichen:

入口 -입구- Eingang

出口- 출구- Ausgang

市場- 시장– Markt

 

 

 

Das Neujahrsfest Seollal

Heute beginnt einer der wichtigsten Feiertage in Korea, das Neujahrsfest Seollal (설날). Dieses richtet sich nach dem chinesischen Kalender und findet dieses Jahr vom 07.-09. Februar statt. An diesen Tagen nehmen sich viele Koreaner frei und fahren nach Hause um diese Zeit mit ihren Familien zu verbringen, um gemeinsam den verstorbenen Vorfahren zu gedenken.

Wie wir das von unseren Familienfesten/Feiertagen kennen, gibt es auch in Korea an solchen Tagen viel zu essen. Und auch die Verstorbenen werden nicht vergessen, ihnen zu ehren wird extra ein kleiner Tisch aufgestellt und ebenfalls mit verschiedenen, speziell für die Ahnen zubereiteten Speisen gedeckt. Denn nach traditionellem Glauben, geht man davon aus das an diesem Tag die Vorfahren zur Familie zurückkehren. Bei den lebenden darf besonders ein Gericht an diesen Tagen nicht fehlen:

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Ddeokguk – Koreanische Reiskuchensuppe (Quelle)

Ddeokguk (떡국) ist eine Reiskuchensuppe. Diese besteht aus Rinderbrühe und dünnen in Scheiben geschnittenen Reiskuchen sowie etwas sehr fein geschnittenes Gemüse. Die Koreaner sagen das man, wenn am an Seollal Ddeokguk isst, ein Jahr älter wird. Über das koreanische Alter habe ich hier bereits schon mal geschrieben.

Eine weitere Tradition an Seollal ist das Sebae (세배) – Die große Verbeugung, der jüngeren vor den älteren Verwandten, als eine Zeichen des Respekts. Daraufhin geben die Älteren (Großeltern/Eltern) denn jüngeren (Kindern/Enkelkindern) ihren Segen und Geld. Ich hatte ja vor kurzem über den Hanbok geschrieben, Seollal ist eine der Gelegenheit bei denen oft ein Hanbok getragen wird.

Neben dem Herbsmondfest Chuseok (추석) ist Seollal einer der wichtigsten Feiertage und Familienfeste in Korea.

[K-Info] Wie westlich ist Korea ?!

Ich stelle immer wieder fest das viele Menschen die sich noch nie wirklich mit Korea oder Ostasien im Allgemeinen auseinandergesetzt haben, sehr interessante Vorstellungen davon haben wie das Leben dort aussieht. Daher möchte ich heute einen kleinen Einblick geben.

Essen

Westliches Essen ist bei jungen Leuten ziemlich beliebt, nahezu überall findet man Restaurants die Pizza oder Pasta verkaufen, ebenso wie die beiden großen bekannten Burger Fast-Food-Ketten. Es sind aber meiner Erfahrung nach eher die jungen Leute die man in diesen Restaurants antrifft, die Pasta Restaurants sind vor allem bei Dates sehr beliebt. Die älteren Menschen stehen dem ganzen doch eher etwas skeptisch gegenüber. Trotz der Beliebtheit des westlichen Essens ist die koreanische Esskultur nach wie vor koreanisch. Das westliche Essen ist eher um mal etwas Abwechslung auf den Speiseplan zu bringen. Ähnlich wie bei uns, wenn wir uns mal für das chinesische oder mexikanische Restaurant entscheiden. Davon abgesehen das westliches Essen als eher schwer und ungesund angesehen wird, lieben die Koreaner ihre eigene Küche doch viel zu sehr.

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koreanisches Essen  (Quelle: Piotrus – WikimediaCommons)

Kleidung

Früher trug man in Korea, wie auch hier bei uns traditionelle Trachten. Die koreanische Tracht wird Hanbok (한복 / 韓服) genannt und besteht heutzutage aus sehr hochwertigen Stoffen, so dass die Preise für einen Hanbok extrem hoch sind. Heutzutage ist der Hanbok aus dem Alltag komplett verschwunden, und wird nur noch zu besonderen Feiertagen oder Hochzeiten getragen, aber auch an diesen Tagen tragen immer weniger Menschen die traditionelle Tracht. Der Kleidungsstil der Koreaner ist mittlerweile absolut westlich.

 

Ein Hanbok Laden in Seoul (Quelle: Kimchi-kimchi – WikimediaCommons)

Leben

Okay zugegeben der Oberpunkt Leben ist sehr weit gefasst so dass man unmöglich jetzt alle Punkte des alltäglichen Lebens aufzählen kann, deshalb habe ich mir ein paar wichtige Punkte rausgesucht. Zum einen wäre da der Umgang der Personen untereinander, der Umgang ist deutlich höflicher als in Deutschland und auch distanzierter, Umarmungen zur Begrüßung gibt es nicht und auch sonst gibt es recht wenig Körperkontakt. Des Weiteren ist die Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau meiner Meinung nach noch (!) deutlich mehr vom traditionellen Rollenbild geprägt als es in Deutschland der Fall ist.  Geheiratet hingegen wird mit einer Mischung aus westlichen und koreanischen Traditionen. Wenn ein paar sich entscheidet zu heiraten gibt es meistens eine westliche Zeremonie mit einem weißen Brautkleid, einem schwarzen Anzug und einem Gang zum Altar, wie man es aus den amerikanischen Filmen kennt. Im Anschluss daran findet oft eine traditionell koreanische Hochzeitszeremonie statt bei denen Braut und Bräutigam dann auch den traditionellen (Hochzeits-) Hanbok tragen.

Fazit: Korea ist auf den ersten Blick ein sehr westlich geprägtes Land welches viele aus dem Westen (vor allem den USA) übernommen hat, aber, wenn man etwas tiefer in die koreanische Kultur eintaucht erkennt man schnell das dies nur nach außen hin so scheint und das die eigene Kultur und Traditionen noch eine große Rolle spielen.

 

[K-Info] 6 Dinge die in Korea anders sind

Wer das erste mal nach Korea kommt, merkt schnell das einige alltägliche Dinge dort sich gänzlich von unseren unterscheiden. Auch wenn man weiß was auf einen zu kommt und womit man rechnen muss so ist es doch erst einmal komisch bzw. ungewohnt das alles live zu erleben. Wenn man aber jedoch längere Zeit dort verbringt, nimmt man das ganze doch schnell auf und übernimmt die verschiedenen Gewohnheiten.

1.Metallstäbchen

Fangen wir mit den Stäbchen an. Wer schon einmal asiatisch essen war kennt bestimmt die Stäbchen aus Holz oder Plastik. In Korea benutzt man jedoch Stäbchen aus Metall, diese sind schwieriger zu nutzen da sie etwas schwerer und flach sind, und nicht rund wie die Stäbchen aus Plastik oder Holz.

2. auf dem Boden sitzen

Die Koreaner sitzen gerne auf dem Boden, selbst dann wenn ein Sofa vorhanden ist, sei es beim fernseh gucken oder beim essen. Auch in einigen Restaurants ist es immer noch üblich auf dem Boden zu sitzen anstelle von Stühlen. Die Gründe dafür sind zu einem die koreanische Fußbodenheizung (Ondol), welche bereits seit Jahrhunderten existiert sowie das Stühle bis ins 20. Jahrhundert nahezu unbekannt waren. Natürlich gab es bereits früher Tische und Stühle, so saß der König auf einen Thron und in Schreibstuben gab es Tische und Stühle wie wir sie kennen, doch das waren ausnahmen. Man sollte sich also dran gewöhnen auf dem Boden zu sitzen, auch wenn es zugegebener maßen am Anfang extrem ungewohnt und unbequem ist.

3. Kimchie

Das Klischee schlecht hin: Koreaner lieben Kimchie ! Und anders als andere Klischees trifft dieses 100% zu,  ein Essen ohne Kimchie ? Unvorstellbar. In nahezu jedem Restaurant und Haushalt wird Kimchie (김치) zum Essen serviert, in den Restaurants sogar meist als kostenlose Beilage. Allerdings ist es schwer von DEM Kimchie zu sprechen. Denn jede Familie hat irgendwie ihr eigenes Rezept, so das es mal schärfer mal milder, mal sauerer mal salziger ist. Man kann aber schon sagen das Kimchie für den europäischen Geschmack recht scharf ist. Es lohnt sich aber dem Kimchie eine Chance zu geben, denn es gibt viele leckere Gerichte die Kimchie beinhalten.

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4. Verbeugungen

Zur Begrüßung gegenüber Fremden und Bekannten, schüttelt man sich nicht die Hände sondern man verbeugt sich, daran sollte man sich auch als Ausländer halten. Allerdings keine Verbeugung im 90° Winkel wie man es sich meistens vorstellt, sondern eine kleine Verbeugung reicht definitiv aus. Die Verbeugung im 90° Winkel ist eher für besondere Anlässe vorbehalten.

5. beide Hände nutzen

Der Punkt der mir am meisten schwierigkeiten macht. Wenn man Bezahlt dann überreicht man das Geld mit der rechten Hand während man gleichzeitig mit der linken Hand den (eigenen) rechten Ellenbogen berührt. Die Ware oder das Wechselgeld nimmt man dann am besten mit beiden Händen entgegen. Auch Geschenke/Visitenkarte/ Gläser etc. nimmt und überreicht man mit beiden Händen. Diese Gesten sind ein Zeichen des Respekts und der Höflichkeit. Es nimmt einem als Ausländer zwar niemand übel wenn man es nicht macht oder vergisst, aber die Reaktionen wenn man sich als Ausländer an diese Höflichkeitsregeln hält sind sehr positiv. Eine ältere Dame war so darüber erfreut das ich mich an diese Regel gehalten habe, das sie mir eine Flasche Alkohol geschenkt hat.

6. Schuhe ausziehen

Wenn man ein koreanisches Haus/Wohnung betritt zieht man am Eingang die Schuhe aus. Punkt ! Das ist wirklich wichtig, denn mit den Schuhen in die Wohnung zu gehen ist äußerst unhöfflich. Wie schon in Punkt 2 erwähnt, wird auf dem Boden gegessen, fern gesehen, und manchmal auch geschlafen. So möchte man natürlich vermeiden das der Dreck von der Straße in die Wohnung getragen wird. Kalte Füße bekommt man natürlich trotzdem nicht, da man meistens Gäste Hausschuhe angeboten bekommt. Die Häuser und Wohnungen sind auch so konzentriert das der Eingangsbereich etwas tiefer liegt als der Rest der Wohnung, so das man dort bequem die Schuhe wechseln kann. Zur erwähnen ist hier noch das es oft noch extra Toiletten Hausschuhe gibt, damit man nicht mit den eigentlichen Hausschuhen ins Badezimmer gehen muss. Man sollte als vermeiden mit den Hausschuhen ins Badezimmer zu gehen oder eben mit den Toiletten/Badezimmer Hausschuhen in die Wohnung, das wird nicht so gerne gesehen. Auch in Restaurants in denen man auf dem Boden sitzt, werden die Schuhe ausgezogen.

Habt ihr in eurem Urlaub schon einmal verschiedene Landestypische Verhaltensweisen beobachten können ?