Warum es in koreanischen Restaurants manchmal klingelt und vibriert

Und anders als man jetzt vermuten könnte meine ich damit keine Mobiltelefone, obwohl das auch nicht so selten ist. Sondern ein ziemlich praktisches Bestellsystem, was meiner Meinung nach auf jeden Fall einen eigenen Beitrag verdient hat.

Bevor ich das erste mal in Korea war wusste ich von diesem System noch nichts, es ist mir irgendwie entgangen. Um so verblüffter war ich dann als ich, bei meiner ersten eigenen Bestellung (ich war so unglaublich nervös, als befände ich mich in einer mündliche Prüfung) nach dem Bezahlen eine seltsame schwarze Scheibe in die Hand gedrückt bekommen habe, die mich doch sehr stark an eine Frisbee erinnerte. Etwas verdutzt guckte ich auf die Scheibe und drehte sie irritiert in der Hand und versuchte heraus zu finden was es damit auf sich hatte. Der nette Herr an der Kasse gab mir dann zu verstehen das ich mich setzen könne, und dort klärten meine Freunde mich dann über die „Frisbee“ auf. Sobald die getätigte Bestellung fertig ist fängt die Scheibe an zu vibrieren und ihr könnt eure Bestellung an der Theke abholen. Dieses System ist zwar relativ verbreitet, aber meiner Erfahrung nach eher bei verschiedenen Restaurant Ketten oder etwas größeren Läden.

Bestellklingel in einem koreanischen Restaurant

Bestellklingel in einem koreanischen Restaurant

Wie man sich jetzt denken kann handelt es sich auch bei dem Klingeln um ein System dieser Art, und zwar gibt es in den meisten Restaurants am Tisch einen kleinen roten Knopf mit dem man die Bedienung (oder besser Servicekraft ?) an den Tisch rufen kann, oft ertönt dabei eine Glocke die mich sehr an die Pausen Glocke meiner Grundschule erinnert. Das ist vor allem dahin gehend praktisch da in Korea die so genannten side dishes (반찬) so oft man möchte kostenfrei Nachgefüllt werden, und so muss die arme Bedienung nicht ständig durch den Laden rennen ob jeder noch genug side dishes hat.

In manchen Restaurants gibt es noch ein etwas erweitertes System, da gibt es noch zwei Knöpfe mehr.  Einen mit der Aufschrift Schnaps (소주)und einen mit Bier (맥주), so das der Kellner das gewünschte gleich bringen kann, und nicht einmal umsonst läuft.  Besonders für mich unglaubliche Praktisch da es mich sehr viel Überwindung kostet die Bedienung zu rufen, ich habe dann immer Angst das ich irgendwas falsch mache und jeder es hören kann.

Warum ich lernen musste Fleisch zu mögen

Ich persönlich war und bin nie ein großer Fleischesser gewesen, ich habe mich sogar mal eine ganze weile Vegan und Vegetarisch ernährt, und esse auch heute noch sehr oft vegetarisch. Aber in Korea wird viel und häufig Fleisch gegessen, eigentlich ständig, nahezu die meisten Gerichte beinhalten Fleisch oder es gibt Fleisch als Beilage. Jetzt ist es natürlich nicht so das man als Vegetarier in Korea verhungern müsste, allerdings stößt man schon auf Unverständnis wenn man sagt das man kein Fleisch isst.

Bei mir war es so das ich beschlossen hatte so viel wie möglich in Korea zu probieren und mich auf diese andere Esskultur einzulassen, meine Mutter glaubt das wahrscheinlich bis heute nicht da ich eigentlich ein sehr pingeliger Esser bin, und dazu gehörte dann eben auch Fleisch. Da Essen gehen in Korea außerdem einen großen sozialen Stellenwert hat, und man eigentlich nie allein essen geht und die Speisen geteilt werden, war es eigentlich auch nahezu unmöglich irgendwie darum herum zu kommen, aber wie gesagt das wollte ich ja auch gar nicht. Was auch immer diesen Sinneswandel veranlasst hatte.

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Samgyeopsal & Kimchie auf dem Grill

Denn die koreanischen Fleischgerichte sind sehr lecker und vielseitig. Was mir besonders gut gefällt ist, dass man das Fleisch meistens an einem im Tisch integrierten Grill selbst zubereiten kann. Je nach verwendetem Grill (Gas, Kohle oder Holzkohle) unterscheidet sich der Geschmack des Fleisches. Die wohl bekanntesten, und auch bei Europäern beliebtesten, Fleischgerichte sind Galbi (갈비), Samgyeopsal (삼겹살) und Bulgogi (불고기) dazu gibt es dann immer verschiedene side dishes und natürlich auch Kimchie. Mein Favorit von den dreien ist übrigens Samgyeopsal, zusammen mit etwas gegrilltem Kimchie. Falls ihr die Gelegenheit habt solltet ihr das unbedingt einmal ausprobieren. Hier im Ruhrgebiet gibt es wirklich einige sehr gute und leckere koreanische Restaurants. Meine beiden Favoriten sind das Namu in Dortmund, sowie das Gogi Matcha in Düsseldorf.

Ich liebe koreanisches Essen mittlerweile sehr, und bin froh das ich mich darauf eingelassen habe.